Motherhood

Geburtsbericht

Ihr Lieben,

wie versprochen,dreht sich im zweiten Blogpost,alles um die Geburt von Maja und den steinigen Weg dorthin.☺(Solltet ihr also noch schwanger und deshalb etwas ängstlich sein, entscheidet selbst, ob Ihr das lesen möchtet 😛 )

Wie Ihr vielleicht im letzten Post gelesen habt, wurden wir vor die Entscheidung gestellt eine Geburtseinleitung zu starten oder mit einem Kaiserschnitt zu entbinden.
Wir haben uns für die Einleitung entschieden und somit wurde ich auf mein Zimmer gebracht.
Leider war kein Einzelzimmer frei und ich musste mit einer frisch gebackenen Mama das Zimmer teilen.
Ihr glaubt nicht wie warm es in diesem Zimmer war🙈.

Die Heizung lief auf höchster Stufe und gelüftet wurde auch schon seit ein paar Stunden nicht mehr.
Um es kurz zu machen, die Konstellation von frisch gebackener Mama und einer sehr reizbaren, ängstlichen und schwitzenden Schwangeren, passte einfach nicht.
Aber da mussten wir wohl beide durch und relativ zeitnah holte mich auch schon die Hebamme ab um im Kreißsaal alles Weitere zu besprechen.
Wir fingen mit einem „Cocktail“ zur Geburtseinleitung an.
Der Teil meines Gehirns, indem sonst mein Fachwissen als Krankenschwester lagerte, befand sich jedenfalls schon im Mutterschutz, denn ich war der festen Überzeugung ich würde spätestens am nächsten Tag unser Mädchen im Arm halten.

PUSTEKUCHEN!😅

Auch Stunden nach dem „Cocktail“ tat sich nämlich überhaupt nichts.
Christian wurde nach Hause geschickt und ich zurück in meine „Zweibett-Sauna“! Das alles fand an einem Mittwoch statt, Maja ist samstags geboren. 😁
Ihr könnt Euch also vorstellen, dass ich mit den Nerven am Ende war und einfach keine Lust mehr hatte.
Um das Ganze abzukürzen, der Donnerstag verlief genauso bescheiden, nix tat sich und es wurde sich auf gute CTG´S verlassen.

Ich habe eigentlich den ganzen Tag abwechselnd mit Heulattacken und dem Satz „Christian wir gehen jetzt nach Hause“ verbracht. (Was ich natürlich nicht tat😅)
Das einzigst positive an diesem Donnerstag war mein Umzug in ein Einzelzimmer.😬😛
Freitag Morgen ging ich wie gehabt zur CTG-Kontrolle und hatte endlich eine Hebamme erwischt, die einsah, dass es so nicht weiter gehen kann und so langsam mal was passieren muss.
Gegen 15 Uhr bekam ich eine Tablette vor den Muttermund gelegt und wurde in einem Wehenzimmer geparkt.

Zwei Stunden später habe ich Christian gegenüber wieder meinen Unmut geäussert, dass wieder nix passierte und ich gleich nach Hause gehen würde.
Ich stand auf und wollte zur Toilette gehen und dann machte es „platsch“ und meine ganze Hose war nass!

Die Fruchtblase war geplatzt.👏🏼😱

Christian rief die Hebamme, ich kam ans CTG und war einfach erleichtert, dass es endlich los ging.
Zehn Minuten später habe ich mir dann bereits gewünscht diesen Gedanken „endlich geht es los“ nie gehabt zu haben, denn ich bekam von jetzt auf gleich Wehenstürme in einem Abstand von maximal 1,5 Minuten.

Ich habe diese Schmerzen überhaupt nicht mit so einer Wucht erwartet und hatte kaum Zeit mich in den Pausen zu erholen.
Ich bekam nach einer weiteren Stunde einen „Schmerztropf“, der mich so duselig gemacht hat, dass ich mich an fast nichts mehr erinnern kann.
Ich bin immer wieder während den Wehen aufgestanden und hab meine Umwelt so gut wie gar nicht mehr wahrgenommen.

Die Wirkung ließ natürlich irgendwann nach und das Ganze ging von vorne los.
Ich war so kraftlos und total frustriert als die Hebamme den Muttermund kontrolliert hat und der gerade mal 2cm geöffnet war.
Leider war so viel los auf der Station (4 Geburten in 3 Kreißsälen), dass man sich um uns nicht wirklich kümmerte.
Nach einer weiteren Stunde Wehen, fast ohne Pause, ist Christian auf den Flur gegangen und hat der Hebamme zur verstehen gegeben, dass man sich jetzt bitte endlich um uns kümmert.

Dann kam Sie – „die Hebamme“ – die Nachtdienst hatte. Meine Heldin!
Sie schaute mich an und sagte „Ich glaube sie brauchen dringend eine PDA“ ich hab gesagt, dass es mir wirklich egal ist was sie vor hat, Hauptsache dieses Kind kommt endlich auf die Welt!!!😂
Nachdem mir die PDA gelegt wurde, begann endlich der Teil der Geburt, den ich als positiv in Erinnerung behalten werde.

Wir haben diese Zweisamkeit im Kreißsaal wirklich genossen, uns unterhalten und bei jeder Muttermundsuntersuchung waren wir einen Schritt weiter.
Leider hatte ich durch die PDA so gut wie keine Wehen mehr und bekam einen Wehentropf als der MuMu bei 9-10 cm war.

Die Phase der Presswehen kann ich ehrlich gesagt kaum beschreiben.
Ich finde, man ist wie in Trance und merkt gar nicht wie 2 oder 3 Stunden verfliegen.
Was ich weiß ist, dass ich irgendwann den obligatorischen Satz „Ich kann nicht mehr“ von mir gegeben habe und die Hebamme mir sehr deutlich klargemacht hat, dass ich können MUSS. 😱
Ich habe mich nur noch auf das konzentriert, was die Hebamme mir gesagt hat, wann ich atmen und pressen solle.
Dann merkte ich einen unfassbaren Druck nach unten, presste wie eine Wahnsinnige und habe gemerkt, wie mein Körper einfach wusste was zu tun ist. Und dann war SIE da, unsere wunderschöne, zierliche, quietschfidele Tochter!
Ich würde alles dafür geben, diesen einen Moment nochmal genauso zu erleben -es ist einfach das größte Wunder! 😍

Maja wurde mir auf die Brust gelegt und es gab wirklich nur uns Drei! Die Hebamme hat uns komplett in Ruhe gelassen und das weitere Prozedere hintenangestellt.

Maja war noch kleiner und leichter als gedacht, aber sie war kerngesund und durfte direkt bei mir bleiben.
Ab jetzt waren wir eine Familie und ich bin unfassbar dankbar dafür, Mutter sein zu dürfen.❤

Mein Fazit zur Geburtseinleitung:

Ich bin ehrlich, ich glaube nicht, dass ich mich nochmal für eine Einleitung entscheiden würde.
Man spürt einfach, dass der Körper nicht selbstständig anfängt sich auf die Geburt vorzubereiten und durch die Medikamente die Wehen künstlich hervorgerufen werden.
Sicherlich gibt es auch Frauen, bei denen das anders ist aber so habe ich es persönlich empfunden.
In meinen Augen steht und fällt vieles mit der Betreuung der Hebammen, und ich bin froh, dass wir schlussendlich einen wirklichen „Vollprofi“ an unserer Seite hatten.
Die Frau wusste was sie tut und vor allem wie man Frauen behandelt, die dabei sind ein Kind zu bekommen.

Daher mein Tipp an Euch, falls Ihr im KH entbindet: Solltet ihr merken, dass ihr euch nicht wohlfühlt bei der Hebamme die euch betreut, sagt das und bittet um einen Wechsel! Alles andere hat keinen Sinn.
Sonst wird Euch zu viel von dem wohl magischsten und bedeutenstem Moment in eurem Leben genommen.

Bis dahin,
Eure Kathi💋